UET 720 für SWL's

13.09.2011

Wer wie ich amateurfunkinteressierte Kinder in einer Bastegruppe und ein Stadtrelais im 2-Meterband hat, dem bietet sich der Einsatz eines solchen Gerätes an. Da in meinen "Gesammelten Werken" noch einige dieser Empfänger schlummerten habe ich mich daran gemacht einen zu reaktivieren. Ein passender Quarz für die Relaisfrequenz war auch noch da. Nach dem Abgleich mußte ich feststellen das die Empfindlichkeit des Gerätes enttäuschend ist. Da die Kinder in der Regel nicht über eine Stationsantenne verfügen, müssen sie mit dem Viertelwellenstab vorlieb nehmen. Das kann bei ungünstiger Lage verrauschter oder gar kein Empfang bedeuten. Hier geht es um eine Modifikation des Empfängers um die Empfindlichkeit zu erhöhen, Netzteilbetrieb zu ermöglichen und noch einige kleine "Spielereien" wie Rauschsperren-LED und abschaltbare Rauschsperre. Dann soll es ein "Wander-Empfänger" werden. Das bedeutet das er wöchentlich von einen Kind zum anderen weitergegeben wird. So hat jedes Kind die Möglichkeit in den UKW-Funk reizuhören und es wird ein Anreiz geschaffen selbst einen UKW-Empfänger aufzubauen. Ein entsprechender Bausatz ist noch in der Entwicklung, da ich momentan etwas unter Zeitmangel leide.  

ACHTUNG ! Beim arbeiten an den FET's diese vorher duch umwickeln der Anschlußbeinchen mit dünner Litze kurzschließen.   

Erste Messungen brachten zu Tage das die Verstärkung im ZF-Teil recht gut ist. Dort braucht also nichts gemacht werden. Der erste Mischer ist mit einem Dual-Gate-Fet aufgebaut. Diese Schaltung bringt nur einige dB  Mischverstärkung. Ein Mischer mit dem SA602 ist an diesem Platz vorteilhafter. Der Mischer-FET bleibt drinn, so das er als zusätzlicher ZF-Verstärker und Puffer arbeitet. Zudem sorgt er für einen impedanzrichtigen Anschluß des Quarzfilters. Der Oszillator wird abgetrennt und das freigewordene Gate 2 wird mit 33 Kohm und 10 nF, parallel dazu, gegen Masse gelegt. Der Gate 1 Anschluß wird ebenfalls durch Fräsen vom Eingangsfilter getrennt. Daran kommt der Ausgang des IC-Mischers. 

Der Dual-Gate-FET wird freigefräst. Gate 1 an den Mischerausgang und Gate 2 ist mit 33 Kohm und 10 nF gegen Masse gelegt. Das Oszillatorsignal ist mit einem Kondensator galvanisch getrennt und wird von der Unterseite abgenommen, direkt zum Mischer Pin 6 geführt. Um platz für den Mischer zu schaffen werden die beiden Ruftonfilter ausgelötet. 

18.09.2011

                   

Auf der Unterseite der Drehschalter werden Zinnbrücken gelötet. Brücke 1 schaltet die Ruftonauswertung ab und Brücke 2 sorgt dafür das der Lautsprecher auch in der 2. Schalterstellung (Ohrhöher) aktiv ist. Die Leiterzüge für den Schalter werden wie gelb markiert durchgefräst. Der dabei freiwerdende einzelne Anschluß a wird mit Masse a verbunden. Anschluß wird mit dem Mittelanschluß des Rauschsperreneinstellreglers verbunden. Somit hat man eine abschaltbare Rauschsperre.

Links der Draht vom Schalter zum Einstellregler (lila), rechts ist der Einstellregler sowie auch der erste Eingangstransistor mit braunem Farbpunkt zu sehen. Beim betrachten des Schaltplanes ist klar warum der RX taub ist. Die beiden Eingangsfets arbeiten in Gate-Schaltung. Das bringt zwar hohe Großsignalfestigkeit und Sicherheit vor parasitären Schwingungen, hat aber geringe Verstärkung. Den 1. FET habe ich durch einen 2N3819 ersetzt. Dieser wird aber so eingelötet das er in Source-Schaltung arbeitet. Der 2. FET wird ebenfalls ausgelötet und so gedreht eingelötet, das er ebenfalls in Source-Schaltung arbeitet. Dabei ist es unerläßlich das Gate und Drain jeweils mit Ferritdämpfungsperlen versehen werden um schwingen zu vermeiden. Der erste FET wird zusätzlich noch mit Kupferfolie -in U-Form gebogen über die Filter gestülpt und mit Masse verbunden- abgeschirmt.                                                                                                                                                                                      Auf einer kleinen Platine wird der SA602-Mischer in Standard-Schaltung aufgebaut. Der Anschluß vom HF-Filter ist Kapazitiv ausgekoppelt und kann somit direkt mit dem Eingang des Mischers verbunden werden. Genauso der Oszillator der an dem Punkt (Bild oben) kapazitiv entkoppelt ist. Dann wird die Mischerplatine auf die Unterseite der RX-Platine so angebracht das sie, beim zusammenklappen, genau in die Aussparung der ausgebauten Rufauswertung passt. Hier unter dem 10,7 MHz-Filter.

29.09.2011          

 Die kleine Glühbirne für die Batteriezustandsanzeige wird ausgebaut und der Bastelkiste zugeführt. Die rote Plastikblende wird durchbohrt und dort eine LED eingesteckt. Der Masseanschluß geht gegen die Massefläche auf der Leiterplatte. Die Anschlüsse "A" und "B" werden wie auf dem Bild zu erkennen an die Lötstifte der Flachbandleitung angelötet. Damit hat man eine LED-Anzeige für die Rauschsperre, die wenn die "Rausche" offen ist, leuchtet.

             

Das Batteriefach wird noch modifiziert. Ein 7809 als Spannungsregler und ein kleines Steckernetzteil 12 Volt min. 100 mA sorgen dann für eine Netzstromversorgung

Damit ist der Umbau fertig. Viel Spaß und 73 von Jörg

Nachtrag: Der Umbau läßt sich auch mit dem UFT 721 realisieren, da die Empfänger im HF-Teil identisch sind. Allerdings muß die Mischerplatine in SMD-Technik aufgebaut werden da sonst der Platz nicht reicht. Auch die Rauschsperren-LED muß, sofern diese erwünscht, an anderen Punkten angeschlossen werden.