12.07.2011

Als Neuanschaffung habe ich mir nun den Bausatz FA-NWT zugelegt. Der Aufbau war ohne größere Probleme in 4 Stunden erledigt. Lediglich die im Blech befindlichen Durchbrüche für die BNC-Buchsen wollten nicht passen und mußten mit einer Feile leicht nachbearbeitet werden. 

 Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, erfordern allerdings auch einiges an Zubehör. Nicht alles davon muß unbedingt gekauft werden. Natürlich ist das optionale Zubehör komfortabler in der Anwendung als mein selbstgebautes. Die Umschaltung der Bereiche erfolgt dann vom NWT ohne große umsteckerei. Auch die Anwendung erfordert einiges an Erfahrung. Meine möchte ich hier weitergeben. Falls einem der Leser Fehler in der Anwendung auffallen, würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Wenn ein zur Kalibrierung notwendiges, genaues, Dämpfungsglied (40 dB) vorhanden ist, zur Not vielleicht von einem anderen Funkamateur geborgt, können dann alle anderen benötigten selbst aufgebaut und mit dem NWT überprüft werden. So habe ich mir 3; 6; 10; 20 dB Dämfungsglieder aufgebaut.

Für Messungen an höheren Impedanzen habe ich mir kleine BALUN b.z.w. UNUN zusammengebaut die Lötstifte zum anschluß des Prüflings haben. Die sind auf kleinen Leiterplatten 1,5x3 cm aufgelötet und mit Epoxidharz vergossen. So habe ich jeweils 2 Stück 4:1, 9:1 und 16:1 also 200, 450 und 800 ohm für Messungen griffbereit.

       

Da ich noch einige fertige DDS-VFO's von den Einsteiger-RX da habe, bei denen nur das LCD-Display fehlt, werde ich eins als zusätzlichen Meßgenerator benutzen. Der geht zwar nur bis 10 MHz (AD9833) aber besser als garnichts. 

22.07.2011

Der Spektrumanalyse-Vorsatz aus dem FA ist eigentlich ein muß für einen Meßplatz. Ist mir aber erstmal zu teuer. Das Prinzip ist ja aus den FA-Beiträgen zu erkennen. Deshalb habe ich mich daran gemacht etwas eigenes zu entwerfen. Wie immer sollen möglichst in meinen "Gesammelten Werken" vorhandene Bauteile Verwendung finden. Die erste ZF wird mit einem RFT-Quarzfilter auf 70,2 MHz realisiert. Die 2. ZF ist dann, wie auch im FA-SAV, 10,7 MHz. In meinem Gerät sind nur zwei Bandbreiten verfügbar, die von Hand umgeschalten werden. Für die Bandbreite von 20 KHz verwende ich ebenfalls ein RFT-Filter. Die 240 Hz Bandbreite wird durch ein 4Pol-Quarz-Ladderfilter erreicht. Der Rahmen mit seinen geschirmten Kammern stammt von einer alten UFT 771 und wurde nur passend zurechtgesägt. Am Eigang arbeitet ein IE500 als erster Mischer. Mit Transistoren wird das folgende 70,2 MHz Quarzfilter angepasst und die Dämpfung ausgeglichen. Der 2. Mischer ist ein NE602 dem dann FET-Stufen zur Pufferung und zum Dämfungsausgleich der folgenden 10,7 MHz Filter folgen. Am Ausgang ist ein MMIC zur Pegelanpassung, der gleich den 50 ohm Ausgang stellt.

Links ist die Platine für den 2. Mischer, FET-Stufen und den beiden Analysefiltern. Die Umschaltung erfolgt auf der einen Seite mittels eines Drehschalters auf der anderen seite sind 2 SIL-Relais die entsprechend Spannung bekommen und die Filterausgänge umschalten. Zusätzlich werden jeweils eine rote und eine gelbe LED angesteuert um die Filtereinstellung anzuzeigen. Ein MMIC vom Typ SGA2386 bildet den Abschluß. Die meisten Bauteile befinden sich auf der Unterseite (SMD)

Das rechte Bild zeigt die fertige Baugruppe mit 1. Mischer, ganz rechts im "Kämmerchen", der modifizierten ZF-Platine aus einer UFT 771, mit dem 2. Oszillator,unten im Bild. Oben ist die 2. ZF-Platine untergebracht. Das ganze ist etwa halb so groß wie der NWT, passt also "Huckepack" drauf.

26.07.2011

Der Abgleich gestaltete sich etwas schwierig. Der 2. Mischer ist sehr schnell übersteuert und darf deshalb nur "angehaucht" werden. Das von der 1. Platine kommende Signal habe ich also soweit abgeschwächt das bei einem 10 dBm-Eingangssignal noch keine Verzerrungen auftreten. Das ist leicht zu erkennen, bei Übersteuerung werden im Monitor Phantomsignale angezeigt. Zudem werden bei der veränderung der Signalstärke diese nicht auf dem Monitor sichtbar. Der Mischer ist dann überfahren. Der Pegelverlust wird weitgehend von der Verstärkung des Mischers wett gemacht. Die 2. Platine erledigt dann die restliche Verstärkung. Auch hier gilt aber nur soweit wie nötig. Das schmale Filter wird als Abgleichgröße benutzt. Dabei hat sich herrausgestellt das ich die Verstärkung so hoch wählen kann das ich im Plus liege ohne das Filter mit Gewalt "durchzublasen" was sich dann an einer größeren Bandbreite bemerkbar macht. Ich kann also ruhig etwas zurücknehmen. Wenn später in der Kalibrierung 3 oder auch 6 dB nachgestellt werden müssen ist das kein Beinbruch. Die beiden Filter haben verschiedene Durchgangsdämpfungen. Das breitere wird mittels eines Abschwächers dem schmalen angepasst. Durch die Kammerbauweise entstehen auch ohne Gehäusedeckel keine Probleme. Allerdings reicht es dann schon einen Oszillator in die Nähe zu halten um Signale auf den Bildschirm zu haben. Also Deckel drauf und angeschraubt. Der Meßzusatz ist auf den NWT-Gehäusedeckel aufgeschraubt. Die nötigen Verbindungen zum NWT sind aus kurzen Kabeln die fest am Zusatz montiert sind. Die mechanische ausführung ist so, das ich später das ganze Gebilde hinter einer Frontplatte in einem Gehäuse montieren kann. Ein passendes Gehäuse habe ich allerdings noch nicht gefunden, da noch einige andere Zusätze mit eingebaut werden sollen. Und ich noch am planen bin.

     

Als weitere Zusätze denke ich da an einen Frequenzzähler, einen zusätzlichen DDS-Oszillator, L-C-Messgerät und einen universellen Ozillator an den man Quarze oder auch L-C-Schwingkreise anschließen kann um deren Schwingfrequenz zu messen. Dementsprechend wird später das Gehäuse gewählt.

Hier habe ich auf die schnelle einen Quarzoszillator mit 3,6 MHz Quarz aufgebaut. Das linke Bild zeigt das Spektrum mit 20 KHz und das rechte mit 240 Hz Analysefilter.

30.07.1011

Nun habe ich auch das Passende Gehäuse gefunden. Darin sollen alle Komponenten samt Netzteil unterkommen.

Darin sollen der NWT, Specktrumanalyser, Frequenzzähler und das LC-Meter Platz finden. Gleichzeitig auch das Netzteil. Eine Kaltgerätebuchse für die Netzversorgung habe ich schon eingebaut. Je nachdem wie ich mit dem Platz zurechtkomme, sollen noch ein paar Extras mit hinein. Nun ist also wieder mechanische Maßarbeit für die Frontplatte angesagt, um dem Gerät später ein gutes Aussehen zu verleihen.

07.08.2011

Das Netzteil ist nun auch eingebaut. Dabei habe ich darauf Wert gelegt ein Trafonetzteil zu benutzen. Somit sind Störsignale von der Stromversorgung minimiert. Der Aufwand ist hier bei der Meßstation etwas höher und das NT etwas überdimensioniert. Dafür habe ich aber auch sehr saubere Betriebsspannungen zur verfügung. Es werden 4 voneinander unabhängige Spannungen erzeugt.

Die Frontplatte ist noch in arbeit. Es kommen immer wieder Änderungen vor, da ich noch nicht die optimale  Anordnung der Anschlüsse und der Bedienelemente gefunden habe. Auch bin ich mir noch nicht im klaren welche Anschlußart ich verwende. Bananensteckbuchsen möchte ich eigentlich vermeiden. Auch mit den Schaltern bin ich mir noch nicht so recht im Klaren. Nur bei der Farbgebung habe ich mich bereits jetzt auf Silbermetallik festgelegt.

13.08.2011

Leider geht es mit dem Projekt wegen Zeitmangel etwas schleppend vorran. Nun ist das untere Modul fertig. Darin ist ein Frequenzzähler bis 3,6 GHz sowie ein Oszillator zum ausmessen von Quarzen (z.B. zum Filterbau) oder auch unbekannten L-C-Schwingkreisen eingebaut. Darüber befindet sich ein Digitales LC-Meter. Mit Drehschaltern werden die Meßbereiche umgeschalten. Die Anschlüsse für die Prüflinge sind als Federkontakte ausgeführt. Hier der Rohbau des Zähler- LC-Moduls. 

 

14.08.2011

Nun ist es geschafft. Bei der Frontplatte ist mir noch ein kleiner Unfall passiert. Mit dem Bohrer abgerutscht .... und nun ist schon der erste kleine Kratzer auf der Frontplatte. Ein weiteres Manko ist das die beiden LCD-Anzeigen unterschiedlich hell sind obwohl sie den gleichen Beleuchtungsstrom bekommen. Also muß ich noch in der helleren Anzeige einen größeren Vorwiderstand einsetzen. Im Gehäuse hat glücklicherweise alles genau gepaßt, so brauchte ich zumindest da nicht nacharbeiten.

Der Funktionstest war erfolgreich. Letztendlich habe ich nun ein stationäres Meßgerät in dem als Herzstück der FA-NWT untergebracht ist. Zusätzlich ist unten der Frequenzzähler mit zuschaltbarem Oszillator. Darüber ist das digitale LC-Meter. Rechts davon ist die Klemmleiste für die zu messenden Induktivitäten b.z.w. Kapazitäten. Der gelbe Drucktaster ist zum Nullabgleich. In der Frontplatte sind 2 Federstifte eingelassen in die ein zu messender Quarz oder LC-Schwingkreis eingesteckt werden kann. In Schalterstellung Qx wird der Oszillator zugeschaltet und die Frequenz angezeigt.

Die beiden herunterhängenden Kabel sind die jeweiligen Anschlüsse vom Spektrumanalyser. Das Foto war etwas schwierig zu machen, da bei der Frontplatte Spiegelreflexe nicht zu vermeiden waren. Einen zusätzlichen DDS-VFO habe ich, wie eingangs geplant, aus Platzgründen nicht eingebaut. 

Immer wieder werde ich angesprochen das ich auch mal Kleinigkeiten erwähnen soll, die mir als unwichtig erscheinen. Also gut. Der Drucktaster für den Nullabgleich ist aus einem alten PC. -Bild links

 

Der Bedienknopf ist von einem alten Kugelschreiber. Der Hohlraum des Druckknopfes wird mit 2 Komponenten-Epoxidharz-Knetmasse ausgefüllt und der Kopf des Tasters wird dort eingedrückt. Vorsichtig wieder herausziehen und aushärten lassen. Darauf achten das man nicht verkantet, sonst hält der Knopf später nicht. Sollte das dann trotzdem der Fall sein, kann man ganz einfach die Öffnung enger machen indem man mit einer Nadel ein kleines Tröpfchen Sekundenkleber in das Loch einbringt. Richtig durchtrocknen lassen, der entstandene dünne Film ist später richtig hart und sorgt dafür das der Knopf halt hat. Übrigens, die Feder aus dem Kugelschreiber aufheben.  Man weis ja nie wofür man die nochmal gebrauchen kann. Die Plastikhülse des Kugelschreibers ist unter Umständen als Achsverlängerung für Potis verwendbar. (konisches Ende abgeschnitten) So entstehen bei mir die oft in den Beiträgen  erwähnten "Gesammelten Werke". Mir wird ja nachgesagt das ich aus S...... Bonbon's mache. Stimmt schon das ich alle möglichen und unmöglichen Dinge aufhebe und daraus noch etwas baue..... Die Flachbandleitung für die LCD-Anzeige sind auch aus alten PC's. Daran sind die Stecker bereits vorhanden. Im Bild oben ist ein 40-Pol-Kabel (also 2x20)für Festplatten abgebildet. Die Kabel für Floppy haben 34 Adern (also 2x17) und sind besser geeignet. Passend auf Länge zuschneiden und auf der Platine anlöten. Da 2 Steckerleisten da sind ist auch nur jede 2. Ader zu verwenden. Die anderen nicht benötigten Adern werden auf Masse gelegt. So ist im Bandkabel immer die Reihenfolge Signal- Masse- Signal u.s.w. Das hat auch einen Vorteil, da die dazwischen liegenden Masseadern ein übersprechen verhindern. Also, wenn alte PC's verschrottet werden, nochmal hinsehen welche Schalter darin sind. Und die Flachbandkabel lohnen sich auch immer. Auch wenn es mit dem ausbauen etwas mühsam ist, die Kaltgerätebuchsen und Netzschalter aus dem NT und auch die Ferritringe sind immer noch irgendwo zu verwenden.

    --wird fortgesetzt