Portabel- u. Notfunkrucksack

11.06.2011

Für meinen kleinen QRP-Transceiver benutze ich für Portabeleinsätze einen herkömmlichen Rucksack. Die Staufächer sind nicht optimal und so ist alles unübersichtlich verstaut. Kabelgewirr u. Sucherei sind angesagt. Wie unbequem sich ein solcher Klumpen tragen und hantieren lässt, muß ich wohl nicht erst erklären. Deshalb habe ich mir einen Gestellrucksack besorgt. Die originale Tasche wird abgenommen und als Packtasche benutzt. Und für die Technik wird ein Taschensystem maßgeschneidert. Das erfordert also diesmal Geschick mit Nadel, Faden und Schere. ( entweder das eigene oder das der (X)YL , meine hatte nach einem Tag die Faxen mit mir dicke , also selbst ist der Mann ) Das ganze soll so konfiguriert sein das ich die Station nach dem Antennenaufbau sofort ohne auszupacken nutzen kann. Ich habe hier noch eine alte FT50R rumliegen die ich kaum nutze. Das Gerät wird dann für UKW benutzt. Die einfachen Klinkenstecker-Anschlüsse für externe Stromversorgung und Lautsprechermikrofon sind ideal. Zudem hat es einen großen Frequenzbereich. Für den "Fußgängerbetrieb" will ich noch eine Dualband-Antenne für 2 m u. 70 cm konstruieren die gegenüber der originalen Gummiantenne noch etwas Gewinn bringt und dann am Gestellrahmen befestigt ist. Alle Komponenten sollen ein eigenes Fach für sich bekommen. Hier der Rucksack im Originalzustand :

             

In meinen "Gesammelten Werken" habe ich noch diverse alte Transportsäcke aus NVA-Zeiten. Die sollen nun den Stoff für mein Projekt liefern. 

Für die FT50R habe ich eine Plastikschale angefertigt. So ist das Gerät vor mechanischen Einwirkungen geschützt. Gleichzeitig hat das Übergehäuse einen etwas höheren Rand so das das Tastenfeld geschützt ist. Ein Klappdeckel verhindert dann unbeabsichtigtes betätigen der Tasten. Ein abgesetztes Lautsprechermikrofon komplettiert das Ganze.

17.06.11

Die Antenne machte die meisten Probleme. Zwar habe ich schon mal eine 2-Band-Stabantenne gebaut, die dann auch funktionierte, aber die war auch für die montage auf einem Auto vorgesehen. Also an einem festen Standort mit stabilen Umgebungsverhältnissen. Hier ist das Problem das der Tragerahmen zwar das nötige Gegengewicht darstellt aber der Körper ja das gesamte Gebilde verstimmt. Die Frage war nun: bestes SWR beim abgestellten oder beim getragenen Rucksack? Erstmal wollte das SWR garnicht stimmen. Entweder auf 2 oder auf 70. Nach mehrmaligen verändern und verschieben der Spule lag ich dann auf beiden Bändern bei einem Rücklauf von 1,1 auf 2 m und 1,3 auf 70 cm. Das änderte sich aber schon beim umstellen des Rucksacks drastisch. Außerdem war die mechanische Stabilität alles andere als zufriedenstellend(1,20 m Länge). Also eine andere, kürzere Variante. Nun bin ich bei einem Kompromiß gelandet. Das SWR ist beim abgestellten Rucksack ohne Kurzwellenantenne 1:1,5 auf 2 m und 1:1,4 auf 70 cm. Auf dem Rücken getragen wirkt der Körper mit und es stellt sich 1,1 auf 2 m und 1,3 auf 70 cm ein. Abgestellt mit Staberder (für Kurzwelle) und angeschlossener Kurzwellenantenne 1:1,1 auf 2 m und 1:1,3 auf 70 cm im Relaisbereich. Alle anderen Versuche das SWR kontinuierlich in jedem Tragezustand gut zu halten schlugen fehl, b.z.w. gingen dann immer nur auf einem Band gut. Die Antennelänge beträgt nun 44 cm. Im Vergleich zur originalen Gummiantenne liegen Welten dazwischen. Besonders drastisch macht sich der Unterschied auf 2 m bemerkbar. Was ich mit der Stabantenne mit S-5 höre ist mit der Gummiantenne mit geöffneter Rauschsperre gerade so zu empfangen. Mit einem einfachen Feldstärkemesser im Abstand von 5 Metern die Sendeenergie gemessen, überzeugte dann endgültig. Wer selbst mal Versuche machen möchte: ich benutze einen Glasfieberstab als neutralen Träger mit Klebeband an der Antennebuchse befestigt. Klingeldraht, ebenfalls mit Klebeband am Stab befestigt, stellt den Strahler da. Nun kann der Draht beliebig in der Länge variiert werden. Genauso einfach ist es schnell mal einige  Windungen einzufügen , auseinanderzuziehen oder zusammenzudrücken oder wieder an anderer Stelle anzuordnen. Wenn dann die Antenne nach Wunsch spielt, wird sie mechanisch 1:1 mit stabilem Material nachgebildet. Die untere Spule ist eine Feder aus einem alten Batteriefach. Darauf ist der Strahler aus Bandstahl, der von einer alten kommerziellen Portabelantenne stammt aufgelötet. Der geradegebogene Teil der unteren Feder ist in einem N-Stecker für RG213 auf den Mittelstift gelötet und dann mit Epoxidharz vergossen. Durch die Feder und den Bandstahl ist die Antenne enorm flexibel und trotzdem standfest.

Derartigen Bandstahl bekommt man im Baumarkt. Da gibt es kleine Stahlbandmaße für die Hosentasche mit 1 Meter Länge.

18.06.11

Die Taschen sind folgendermaßen angeordnet. Ganz unten befindet sich das Ackufach. Rechts und links davon sind nochmals Taschen. Rechts für die Kurzwellenantenne, Adpterstecker, Kabel, mini Digitalmeter, Morsetaste und Tuner. Links ist Platz für den Ackulader, Ersatbatterien für Foto und Licht, zusätzliches Handfunkgerät und Kamera.  In beiden Seitentaschen ist jeweils ein Dokumentenfach für Logbuch etc. eingearbeitet. An der Trennwand zum Acku sind Laschen für Schreibstifte eingenäht. Durch den Acku sind sie so knick und bruchsicher verwahrt. Auf ganzer Höhe ist an der linken Seite eine schmale (ca. 3cm) "Röhre" genäht in der der Staberder eigesteckt ist. Parallel dazu ist nochmals eine größere "Röhre" genäht in der eine Stabtaschenlampe sowie ein Plastikrohr 500x25 mm unterkommt. Das Rohr dient einmal als Transportbehältnis für die UKW-Antenne und andererseits als Standfuß. So kann der Rucksack beim Betrieb leicht angekippt als "Dreifuß" stehen. Rechts oben am Gestell ist die UKW-Antenne befestigt. Dem FT50 habe ich ein anderes Lautsprechermikrofon spendiert. Da Rufton und Displaybelechtung bei dem Gerät nicht über die Mirofonbuchse nach außen geführt sind, sondern nur am Gerät geschalten werden können, habe ich das Gerät noch etwas umgebaut um diese Funktionen auch über das abgesetzte Lautsprechermikrofon bedienen zu können. 

   

An der rechten Seite vom Kurzwellentransciever ist das UKW-Funkgerät untergebracht. 1. Bedienfeldabdeckung hochgeklappt , 2. runtergeklappt mit angekliptem  Mikro und 3. Tasche geschlossen.

In der " 2. Etage " befindet sich in der mitte der JSF3. Darauf das Lautsprecherfach und eine weitere Tasche für Geigerzähler, Zeckenzange (hauptsächlich für den Hund), Mullbinden, Wundpflaster, Sepso, Schere, Isoband, Funkenstahl, Schnur, Klingeldraht etc. Rechts davon wie schon erwähnt UKW und links die Röhrentaschen für Stab- Erder und -Lampe sowie Plastikrohr.

   

1. Fach mit JSF3                  2. alle Fächer geschlossen

 

1. Lautsprecherfach geöffnet                2. geschlossen         

Zwischen " 1. und  2. Etage " wäre dann noch Platz für die Portabel-PA (noch im bau) für "gehobene" Stromverhältnisse. An der Rückenseite zwischen Gestell und Sack ist noch eine großflächige Tasche aufgenäht in der sich 2 Plastikplanen 2x2 m befinden. Um den Taschen etwas "Form" zu geben sind in einigen Wänden noch weiche Plastikplatten eingenäht. Z.B. der überstehende Rand am KW-Transceiver ist mit solchen Plastikstreifen verstärkt. Ebenso z.B. die Bedienfeldabdekung am UKW-Gerät und die Krempe um den Lautsprecher. Diese Platten habe ich aus Speiseeis-Behältern ausgeschnitten die ich sonst eigentlich zur aufbewahrung von Bauteilen benutze.

Mit Plastikeinlagen werden die Taschenkanten stabilisiert.

Den Acku habe ich noch etwas "präpariert". 2 Klemmleisten für Plus- und Minus-Pol erleichtern das anklemmen von mehreren Verbrauchern. Darauf achten das der Klemmblock für den Pluspol gut berührungsisoliert ist, so das versehentlich auf den Acku gelegte Metallgegenstände keinen Kurzschluß verursachen können. Zusätzlich habe ich in den Hohlräumen des Ackus noch einen Schalter eingebaut der alle Verbraucher abtrennt. In dem danebenliegenden Hohlraum ist ein Ackuwächter eingebaut. Wenn der Acku auf eine Spannung von 11,48 Volt absinkt wird ein lauter, nerviger Alarmton abgegeben. Wenn der Acku schwach ist und unter 11,7 Volt im Leerlauf liegt wird der Alarm schon beim einschalten ausgelöst. Somit ist sichergestellt das der Acku niemals tiefentladen wird.

 

Hier der Schaltplan dazu :

Alles in allem trägt sich der Rucksack sehr komfortabel. Durch das Gestell und dem daraus resultierendem Abstand zum Rücken, kann die Luft zirkulieren und man schwitzt nicht. Die Tragegurte sind sehr breit, gut gepolstert und atmungsaktiv. Ich habe bis jetzt noch nicht gewogen, schätze aber mal das ca. 12 Kilogramm zusammenkommen.

Der Rucksack im "Fußgängerbetrieb"  und abgestellt noch zusammengepackt

 

hier aufgebaut und betriebsbereit, der kleine graue kasten unten im Bild ist der KW-Tuner

und hier nochmal etwas genauer zu erkennen, das Plastikrohr, das beim transport die UKW-Antenne beinhaltet und nun als "Dreifuß" fungiert.  Sowie die beiden Mikrofone für UKW und KW. Das ganze steht sehr stabil.