ZVEI 5-Tonfolge Auswerter " TONI 5 "

Betriebsfunkgeräte sind in vielen Shack's eigezogen. Ob nun Motorola, Bosch oder andere spielt dabei erstmal keine Rolle. Viel interessanter ist die Möglichkeit sich über das ZVEI-Rufsystem gezielt anzurufen und so immer erreichbar zu sein. Dieses Projekt ist zum nachrüsten meiner beiden, jeweils eins für 2m und eins für 70cm , GM2100 gedacht. Im Internet gibt es ja einige Projekte von verschiedenen OM die mehr oder weniger in der Entwicklungsphase sind. Besonders hat mich das Projekt von DJ8TM inspiriert. Eine Numerische Anzeige für die Rufsequenz und eine Zeiterfassung des eingegangenen Rufes sind genau das was ich noch vermisst habe. Als störend empfand ich in diesem Projekt allerdings das die Uhr nicht einstellbar ist. Man muß das Gerät um punkt 00:00 oder 12:00 einschalten um die genaue Uhrzeit zu haben und nach einem eingegangenen Ruf ist die Zeiteinstellung auch wieder futsch. Zudem wird dort ein "Atmel" benutzt, ich habe mich aber auf "PIC's" eigeschworen.

Also muß was eigenes her!

Angefangen hat alles damit das ich beide Funkgeräte nebeneinander montiert habe. Wenn ich verbal gerufen wurde, war dadurch nicht immer klar, auf welchem Gerät gerade "gequasselt" wurde. Also nahm ich die Rauschsperrenspannung von beiden Geräten ab, um jeweils eine grüne b.z.w. rote LED anzusteuern. Diese leuchten ca. 40 Sekunden nach dem schließen der Rauschsperre weiter, so kann ich sehen auf welchem Band Aktivität war. Diese Baugruppe fließt mit in das Projekt ein.

Die Software für die PIC's stellte mich mal wieder vor ein riesiges Problem. Letztlich habe ich über 200 Stunden gebraucht um etwas funktionierendes zu schreiben. Dabei soll das Gerät auch für andere TRX als Erweiterung tauglich sein. Und es ist mir auch wichtig das die LCD-Anzeigen eine möglichst große Zeichendarstellung haben. Das war schwierig, denn die erhältlichen 2x8 Displays hatten alle nur eine Zeichenhöhe von 5 mm. Also habe ich mich für 2 Anzeigen mit jeweils 12 mm Zeichenhöhe und 1x8 entschieden.

Über PIN-Dioden sind bis zu 3 Rufsequenzen programmierbar, 2 Einzelrufe sowie ein Gruppenruf. Bei den Einzelrufen verfärbt sich das Display jeweils rot oder grün, zusätzlich wird der eingegangene Ruf akustisch signalisiert. Die akustische Alarmierung ist abschaltbar, da ja die Motorolas schon eine solche Funktion erfüllen. Die gültigen erkannten Sequenzen werden im Display angezeigt.

Die Uhr ist mittels einer "Nulltaste" auf die volle Minute einstellbar, danach stimmt dann der Sekundentakt. Mit den anderen Tasten werden die zehner Stunden, einer Stunden, zehner Minuten und einer Minuten gestellt.

Im Normalzustand fungiert die Uhr als Stationsuhr.Wenn ein programmierter Ruf eingeht "friert" die Uhr ein, läuft aber verborgen normal weiter, das Ton-Display zeigt die Sequenz und verfärbt sich entsprechend, die akustische Alarmierung ertönt und es werden keine neuen Rufe entgegengenommen. Erst nach dem drücken der Löschtaste springt alles in den Anfangszustand zurück. Die Uhr springt auf die aktuelle Zeit und läuft normal weiter, das Ton-Display wird wieder weiß, der Alarmton verstummt und der Auswerter ist wieder in Bereitschaft. Bei einem nicht programmierten Ruf wird lediglich die jeweilige Sequenz angezeigt, alles andere bleibt unbeeinflusst.

 

Das ganze ist als Einschub aufgebaut und die Platinen sind zusammensteckbar. Absichtlich habe ich noch etwas Platz im Gehäuse gelassen und Steckplätze vorgesehen um die Zusätze, wie z.B. den 5-Tongeber, DTMF-Auswerter-Geber eizusetzen. So lässt sich das ganze nach Bedarf erweitern. Das Gehäuse selbst besteht aus Leiterplattenbasimaterial. An der Rückwand sind das Stromversorgungskabel für 11 - 16 Volt sowie das Verbindungskabel zum TRX (schwarz) herausgeführt. An die beiden Klemmblöcke kommen die Lautsprecher und die lang herausgeführten Messingschrauben sind zum anschrauben von Haltewinkeln, die wahlweise nach oben oder unten gedreht werden können, oder zur anderweitigen befestigung des Gerätes. So kann die Art der Anbringung den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Der Streifen innen an der Kante der Rückplatte (sind Zuschnittreste) dient nur der Versteifung. An der Frontplatte sind die beiden Superhellen LED zu sehen, die schräg nach oben strahlen. So ist an der Zimmerdecke ein roter b.z.w. grüner Leuchtpunkt zu sehen. Dadurch kann auch von weitem durch einen Blick an die Decke erkannt werden wo gerade Ativität herrscht.

Die individuellen Zusätze wie 5-Ton-Geber, DTMF-Geber-Empfänger können ohne zusätzliche Verdrahtung an den vorgesehenen Steckplätzen eingesetzt werden. Allerdings muß auf der Gehäuseoberseite ein Fenster für die Tastatur und an der Rückseite eine Öffnung für einen dreistufigen Schiebeschalter ausgefräst werden.

   Über die Tastatur kann wahlweise eine 5-Tonsequenz oder eine DTMF Tonfolge (bis 8 Zeichen) eingegeben werden, die dann beim betätigen der Löschtaste ausgestrahlt werden. Die Löschtaste funktioniert nur dann als Sendetaste wenn kein gespeicherter Ruf vorliegt. Der Decoder erkennt selbsttätig ob ZVEI oder DTMF Töne empfangen werden. Bei einer DTMF-Sequenz färbt sich das Display gelb. Es kann auch eine DTMF Selektivrufsequenz ausgewertet werden, allerdings nur 5-Stellig, wobei alles wie beim 5-Ton abläuft, nur mit dem Unterschied das das Display bei einem gültigen Anruf rot-gelb blinkt. An der Rückseite befindet sich ein 3-stufiger Schiebeschalter der in Mittelstellung auf automatische Erkennung, nach oben nur ZVEI- und nach unten nur DTMF-Signale verarbeitet.

Hier ist die, je nach Rufsequenz, grüne oder rote verfärbung des Displays bei Eingang eines abgespeicherten ZVEI-Rufes zu sehen.

Das Gerät verfügt auch über eine RS232 Schnittstelle mit der die Daten auf einen PC übertragen werden können. Zudem ist pro programmierten Ruf 1 internes Relais schaltbar mit denen beliebige externe Schaltvorgänge vorgenommen werden können. Allerdings habe ich in diesen Versionen keine Relais eingelötet und auch das R232 Signal nicht nach außen geführt.  Wahlweise kann auch ein USB-Interface eingesetzt werden.             

Hier ein fertiges Gerät neben den Motorolas istalliert. Da sich der TONI 5 als sehr begehrt erwiesen hat, habe ich die letzten Tage damit zugebracht weitere Geräte aufzubauen. Unten im Bild ein TONI 5 , für einen Funkfreund, im Testlauf. Während des Testlaufs muß der Prozessortakt exakt eingestellt werden damit die Uhr genau geht. Die Ganggenauigkeit der Uhr beträgt bei genauem abgleich ca. + - 2 Sekunden pro Monat, da ich davon ausgehe das beim Betrieb immer Zimmertemperatur um die 20°C vorherrscht. Das Gerät ist mit SMD-Bauteilen aufgebaut. Dabei hat sich mein SMD-Programmieradapter für PIC's das erste mal richtig bewährt.